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[ANBU] Daichi Yuki

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Daichi Yuki

Origami Tiger

Themenstarter Themenstarter

1

Donnerstag, 8. Oktober 2009, 21:08

Daichi Yuki



Link zum Bild: http://www.cosplayisland.co.uk/files/cos…590/100luka.jpg

Name:
Daichi, Yuki
Übersetzung: Daichi [jap.]: Erde; Yuki [jap.]: Schnee

ANBU-Name: Neko [jap]: Katze

Geburtsdatum/Alter:
12.01.10 v Zen Saiki (17 Jahre)

Größe:
1,79 m

Gewicht:
60 kg

Geschlecht:
weiblich

Aussehen:
Yuki hat sich in den letzen beiden Jahren zu einer jungen Frau entwickelt. Sie ist schlank aber trainiertes wobei ihre Haut auffällig weiß ist. Dadurch werden besonders ihre dunklen, grünen Augen betont. Sie hat lange pinke Haare, die sie offen trägt und mit einem Haarreif nach hinten bändigt. Verborgen auf ihrem Rücken trägt sie ein schwarzes Tattoo, welches die beiden Namen der Kinder Raius (Koori und Kaji) in stilisierter Form beinhaltet.
Sie trägt ein schwarzes, körperbetontes Oberteil, welches sich kurz über dem Bauchnabel teilt. Um ihre Hüften träft sie zwei Gürtel, an denen sie mehrere kleine Taschen trägt, die Teile ihrer Ausrüstung enthalten und an welchen ihre Waffen befestigt sind. Des Weitern trägt sie einen eng anliegenden schwarzen Rock mit seitlichem Schlitz auf der linken Seite. Dazu trägt sie hohe Stiefel, in welche ihre Beinschienen integriert wurden.

Auf Missionen ergänzt sie ihr Outfit durch eine Flagweste, ihre Armschienen sowie ihren ANBU-Mantel und ihre ANBU-Maske (beides nur wenn sie in ANBU-Missionen unterwegs ist).

Rang:
Akademist: 6
Genin: 13
Chuunin: 16
ANBU: 16

Clan/Familie:
Die Familie Daichi bestand aus insgesamt 6 (inoffiziell 8) Mitgliedern.

Dabei handelt es sich zum einen um Yukis Vater Shimo, einen Jounin mittleren Alters aus Iwa-Gakure. Shimo zeichnet sich durch besondere Härt und Unnachgiebigkeit während seinen Einsätzen aus. Auch außerhalb erweckt er einen kaltherzigen Eindruck, allerdings ist er ein liebevoller Familienvater, der von je her seinen beiden jüngsten Töchter sehr angetan war (im Gegensatz zu den beiden Zwillingsgeschwistern, die er meistens abweisend behandelt).

Des weiteren Yukis Mutter Kaiku, eine begabte Genetikerin und Heilerin. Heute arbeitet sie im örtlichen Krankenhaus, davor war sie an der Erforschung von Genmanipulationen beteiligt, die jedoch untersagt wurden sodass sie ihre Arbeit einstellen musste. Damit nicht alle ihre Ergenisse verloren gingen und nicht alle Arbeit umsonst war forschte sie heimlich weiter und probierte schließlich ein Produkt ihrer Arbeit an sich selbst während ihrer ersten Schwangerschaft aus. Bisher kam niemand auf die Idee, dass die Zwillinge durch Genmanipulation verändert worden seinen und so liegt Kaikus heutige Arbeit im Krankenhaus hauptsächlich auf der Erforschung sowie Behandlung von Gendefekten (wobei ihre eigenes Wissen auf diesem Gebiet ihr durchaus Vorteile bringt). Auch sie ist eine liebevolle Mutter, die sich jedoch ebenfalls zunehmend von ihren beiden ältesten Kindern distanziert hat (da sie die Zwillinge als Fehlschlag ihrer Experimente ansieht).

Yukis Schwester Raiu und deren Zwillingsbruder Tenshi sind (waren) die ältesten Nachkommen der Familie. Raiu ist ebenfalls Genin, wie auch Yuki selbst, jedoch drei Jahre älter als diese. Für Yuki ist Raiu immer eine besondere Bezugsperson gewesen und umgekehrt – seit Tenshis Tod hat sich Yukis Einstellung dazu intensiviert, während sich Raiu zunehmend von ihr distanziert. Yuki hat einige Missionen zusammen mit Raiu ausgeführt, und das, was man ihr erzählte, nämlich dass Raiu ihre Aufträge immer zielstrebig und perfektionistisch verfolgt, hatte sich als richtig erwiesen. Seit der ersten Chuunin-Prüfung, durch welche sie beide durchgefallen sind, gingen sie zumindest auf Missionen eher getrennte Wege. Doch an ihrem Verhältnis zueinander hat sich nichts geändert.

Raius Zwillingsbruder Tenshi: Tenshi war immer der typische ältere Bruder. Während ihm das Verhältnis zu seinen Eltern immer relativ egal war, war ihm das Verhältnis zu seinen Geschwistern immer extrem wichtig. Wenn es seine Zeit zuließ trainierte er mit Yuki und bereitete sie so auf die Akademie vor. So entdeckter er auch Yukis Taklent für Taijutsu und begann dies entsprechend zu fördern. Auch ansonsten setzte er sich zusammen mit Raiu besonders für einen Zusammenhalt unter den Geschwistern ein. Allerdings wurde er während einer Teammission, auf der er zusammen mit Raiu war, tödlich verletzt.

Das jüngste Familienmitglied Karen ist neun Jahre alt und geht auf die Akademie. Karen ist ein richtiges Nesthäkchen: sie verhält sich immer recht ruhig und zurückhaltend. Yuki und Karen kommen gut miteinander klar, allerdings kann Yuki mit Karens ruhiger Art recht wenig anfangen. Umgekehrt fühlt sich Karen durch Yukis hektische Art überfordert. Seit Karen auf der Akademie ist hat sich diese zwar zumindest ein wenig geöffnet, aber jetzt fehlt Yuki die Zeit, um sich intensiv mir Karen zu befassen. Alles in allem sind sie zwar sehr unterschiedlich aber immer noch Geschwister: dementsprechend versucht Yuki auch Zeit mit ihr zuverbringen und so ihrem -in Yukis Augen- angeschlagenen Selbstbewustsein etwas auf die Sprünge zu helfen.

Die Familie wurde erneut vergrößert durch die Geburt der Zwillinge Raius Koori und Kaji. Da sie aber nicht im Hause Daichi aufwachsen, sondern bei einer Kinderfrau und Raiu selbst, zählen sie nicht direkt zur engen Familie.

Geburtsort:
Iwa-Gakure

Aufenthaltsort:
Iwa-Gakure

Team:
-

Sensei:
-

Elementzuneigung:
Doton
Katon

Beherrschte Elemente:
Doton

Inventar:

1X ANBU-Maske
1x ANBU-Mantel

2X Ersatzmaske + 2X Ersatzmantel versiegelt

~Protektoren~

2 Armschienen
2 Handprotektoren (allerdings nur für die Handoberflächen wegen dem Schutz der Hände, um Schwertkampf effektiver zu betreiben)
2 Beinschienen (in Stiefel integriert)

~Flagweste~

10 Kunai (in Zweierpacks)
6 Shuriken (in Zweierpacks)
5 Rauchbomben
10 Jibaku Fuda
5 Bömbchen
5 x Senbon
2 x Schallgranaten

~Gürteltaschen~

1 Drahtseil à 50m (rechts)
1 Fernglas (rechts)
1 Medikit (Pflaster, Verbände, 5 Blutstopppillen, 10 Nahrungspillen, 5 Soldatenpillen, 5 Schmerzmittel) (links)
5 x Blendgranaten (links)

am Gürtel:

1 Chakram (das Chakram wird in der Mitte durch eine nicht sichtbare Metallkonstruktion zusammengehalten und kann bei Bedarf getrennt werden, sodass man zwei kurze Klingenwaffen hat) (am Gürtel)

  Spoiler Spoiler



~Schwertscheide 1~

1 Katana: Kitai (Hope): Kitai ist durchgehend in hellen Farben gehalten, mit einer speziellen, Efeuranken nachempfundenen Verzierung.

~Schwertscheide 2 ~

1 Katana: Shinigami (God of Death). Shinigami ist ein Katana komplett in schwarz gehalten: Griff, Klinge und Scheide sind aus einem schwarzen Material gefertigt, welches leicht in der Sonne glitzert.

Beide Schwertscheiden sind sich im unteren Rückenbereich am Gürtel über Kreuz befestigt.

~Hosentaschen~

1 Geldbörse (rechts)

~Tasche am rechten Stiefel~

1 Dolch (mit Scheide)

~auf dem Rücken festgeschnallt~

2 Fuuma-Shuriken

~Rucksack~

5 x Glöckchen (Rucksack, einzeln in Watte verpackt, damit sie kein Geräusch machen)
10 x Blendgranaten
10 x Rauchbomben
10 x Senbon
20 x Jibaku-Fuda (in 5er Packs)
6 x Kunai (in Zweierpacks)
10 x Shuriken ( in Zweierpacks)
5 Bömbchen

Kampfstil:
Yuki ist eine recht begnadete Taijutsukämpferin. Da sie erst spät mit dem Training für Doton beginnen konnte, hat sie beschlossen, sich auf andere Art und Weise wehrhaft zu machen um ihre Aufgaben als Genin erfüllen zu können. Ihr erstes Katana erhielt sie im Alter von 11 von ihrem ältesten Bruder Tenshi, das zweite Katana erwarb sie käuflich vor der ersten Chuunin-Prüfung. Seit dieser Zeit trainiert sie ununterbrochen damit. Dabei liegt ihr Schwerpunkt eher auf dem Angriff als auf der Verteidigung. Damit sie –sollte sie ihr Katana verlieren- nicht schutzlos da steht, führt sie auch einen kleinen Dolch mit sich. Zusätzlich hat sie sich ein Chakram zugelegt, mit welchen sie ebenso effektiv umgehen kann.
Eine weitere Spezialisierung ist ihr Überraschungsangriff: damit kann sie ihre Gegner von hinten angreifen und somit für sich einen Vorteilen erwirken. Yuki kann mit einigen ihrer eigenen Ninjutsu selbst die Gegner ablenken um anschließend die Position zu wechseln und den Gegner dann von hinten zu überraschen. Gut kombinieren lässt sich diese Attacke mit ihrem Wolf Seishou, der dann in den Nahkampf geht und so Yuki mehr Zeit verschafft, um sich anzuschleichen. Dann wird sie ihren Gegner mit ihrer Variante des Katanakampfes angreifen. Auch mit Raiu funktioniert dieser Angriff sehr gut, weil sie ebenfalls aus der Entfernung den Gegner beschäftigen kann sodass Yuki sich anschleichen kann.

Zusammen mit Raiu (und Tenshi) hat sie sich in der besonderen Kampftechnik ihrer Familie eingeübt:

Schwerttanz

Der Kampfstil des Schwerttänzers basiert auf Schnelligkeit, Beweglichkeit, Kraft und unglaublicher Präzision. Dabei werden verschiedene Nin-jutsu mit Tai-jutsu Attacken kombiniert und verleihen diesen auf diese Weise eine extreme Vielfalt an Variationen. Auch nutzt man dabei verschiedene Arten von Klingen. Der Kampfstil selbst basiert auf ständiger Bewegung und ist eine endlos scheinende Abfolge von Attacken oder auch Paraden. Da die Attacken meist aufeinander aufbauen oder fließend ineinander übergehen, ist der Kampfstil extrem schwierig zu meistern und braucht lange Zeit bis man ihn in einem Kampf sinnvoll einsetzen kann. Doch auch wenn man ihn beherrscht hat er seine Tücken, so ist es beispielsweise schwierig, seine Umgebung im Auge zu behalten beim Kämpfen, was ihn nur gegen einen, maximal zwei Gegner sinnvoll macht. Dafür hat man in diesem Fall eine ungemein starke Kampftechnik, die sich im Duell vor kaum einer anderen Technik zu verstecken braucht. Die direkten und doch eleganten Angriffsserien sind gefürchtet für ihre Durchschlagskraft wie auch die erfahrenen Anwender dieses Kampfstiles für ihre taktische und logische Vorgehensweise im Kampf.

Yuki verwendet diese Techniken vornehmlich mit ihren Katana. Dabei versucht sie zunächst durch eine Vielzahl an kurzen Schlägen den Gegner zu verwirren um dann mit einem oder zwei kraftvollen Schlägen den Gegner endgültig zu Boden zu bringen. Sollte die Kampfsituation unübersichtlich sein wird sie zunächst einen Fernkampfangriff starten um sich anschließend in den Nahkampf zu begeben. Schwierig wird es, wenn es mehrere Gegner sind, da ihre Attacke nur auf einen Einzelnen ausgelegt ist. Zudem ist die Attacke sehr anstrengend und nicht für längere Angriffe geeignet.
Yuki trainiert wann immer sie die Zeit dazu findet, auf jeden Fall täglich (wenn es die Zeit erlaubt mit beiden Waffen). Sie bevorzugt dafür Abgeschiedenheit um in ruhe ihr Standarttraining durchzuführen und gefahrlos andere Techniken einzustudieren.

Yuki hat durch schmerzliche Weise erfahren, dass Nahkampf nicht immer die beste Lösung ist. Deswegen hat sie sich entschlossen neben ihrem Tai-Jutsu auch ihr Nin-Jutsu mehr zu trainieren. Sie beherrscht bereits einige Fernkampf-Jutsu, welche sie verwendet um ihren Nahkampf vorzubereiten.

Zusätzlich hat sie sich in anderen Kampffähigkeiten weitergebildet, um auf ein breiteres Repertoir zurückgreifen zu können:
Mittlerweile zählen neben einigen unterschiedlichen Waffen auch Senbon zu ihrem Inventar. Durch den Unterricht ihrer Mutter, welche als Heilerin im Krankenhaus von Iwa arbeitet, hat sie einiges über Anatomie, Nervenbahnen und Akupunktur gelernt. Durch weiteres Training ist es ihr gelungen, die Senbon auf eben diese Punkte anzusetzen und dadurch Lähmungen, Bewusstlosigkeit und Ähnliches hervorzurufen. Nach der ersten Chuuninprüfung hat sich dieses Training deutlich intensiviert. Yuki verbrachte einiges an Zeit mit ihrer Mutter um diese Technik weiter zu verfeinern und mittlerweile ist sie durchaus in der Lage, mit diesem Angriff Gegner außer Gefecht zu setzen.
Des Weiteren hat sie sich intensiv mit den Themen „Fallen stellen“ und „Fallen erkennen“ angelesen, allerdings fehlt ihr hier noch die wesentliche praktische Erfahrung. Sie ist zwar in der Lage ein eigenes Lager ein wenig zu sichern, doch für ausgefeilte Pläne fehlt ihr die Erfahrung.
Ihr allgemeines Vorgehen im Kampf hat sich stark verändert: sie agiert wesentlich besonnener und wählt ihre nächsten Schritte mit viel Bedacht. Im Allgemeinen versucht sie ihre Chancen sowie ihre Gegner im Vorfeld einzuschätzen um somit einen Vorteil im Kampf zu erhalten.

Stärken:
Yuki ist eine sehr ambitionierte Schülerin. Sie versucht gelerntes möglichst genau und schnell umzusetzen damit sie entsprechend zügig selbstständig handeln kann. Des Weiteren ist sie eine ausgezeichnete Katanakämpferin: ihre Katana legt sie so gut wie nie aus der Hand und sie trainiert fast jede freie Minute. Zudem besitzt sie ein gesundes Selbstvertrauen, ohne dabei überheblich zu wirken. Sie überlässt ohne weiteres Anderen die führenden Rollen, aber sie scheut sich nicht davor als Erste einen neuen Weg zu beschreiten wenn andere zögern.
Im Kampf zeichnet sie sich durch ihr Können in Taijutsu aus. Sie verwendet Kombinationen aus Ninjutsu und ihrem Element Doton, um ihren Gegner anzugreifen.
Im vergangenen Jahr hat Yuki ebenfalls sehr hart im Bereich Nin-Jutsu und weiteren Kampffähigkeiten trainiert und dort bemerkenswerte Fortschritte gemacht.

Schwächen:
Yuki ist sehr wasserscheu. Sie reagiert sehr empfindlich auf jede Art von Wasser und sie kann mehr schlecht als recht schwimmen (was sie auch nur dann tut, wenn es unbedingt und absolut notwendig ist).
Yuki hat eine „Abneigung“ gegen Genjutsu: von allen Jutsu ist Genjutsu das Jutsu, dass sich ihr am wenigsten erschlossen hat. Dementsprechend betrachtet sie es mit deutlichem Respekt: sie hat wenig Erfahrung damit und kann Genjutsu entsprechend schwierig einordnen und somit auf solche Angriffe reagieren. Diese Abneigung hat sich seit der ersten Chuunin-Prüfung verstärkt. Sie verabscheut diese Art des Kampfes, da er für sie nicht offen und ehrlich ist.
Seit dem Tod ihres Bruders hat sich ihre Einstellung deutlich gewandelt. Während Yuki vorher eine eher gewaltfreie und besonne Vorgehensweise an den Tag legte, hat sie aus den vergangenen Ereignissen ihre eigenen Schlüsse gezogen: damit sich so etwas nicht wiederholen kann, ist sie bei Kämpfen und sonstigen aggressiven Auseinandersetzungen mit ganzer Hingabe bei der Sache (teilweise etwas zu verbissen). Diejenigen die ihr wichtig sind wird sie gegen jeden und alles bis zuletzt verteidigen.

Besonderheiten:
-

Persönlichkeit:
Seit der ersten Chuuninprüfung hat sich Yuki komplett verändert. Aus dem freundlichen, aufgeschlossenen Mädchen wurde eine ruhige, in sich gekehrte Frau. Ihre Mutter unterließ es nicht, sie nach ihrer Rückkehr zu diversen Psychologen zu schleppen, doch alle wurden aus Yuki nicht sonderlich schlau. Erst die Nachricht, dass Raiu schwanger war veränderte alles von Grund auf.

Damit Yuki ungestört ihre Pläne verfolgen kann entwickelte sie sich zu einer „gespaltenen“ Persönlichkeit: diejenige, welche man von außen sah und diejenige, die Yuki wirklich war.
Yuki begegnet den Leuten freundlich und offen, sie lächelt viel und ist bemüht, einen guten und positiven Eindruck zu hinterlassen. Sie hat sich wesentlich zurückgenommen und ihre vorlaute Art abgelegt. Alles in allem wurde sie wesentlich ruhiger und besonnener.
Doch tatsächlich sieht es in Yuki alles andere als freundlich und herzlich aus. Sie ist sehr nachdenklich und äußerst misstrauisch, von ihrer eigentlichen Offenheit und ihrer kindlichen Naivität, welche sie in den letzten Jahren ausgezeichnet, ist nichts mehr übrig geblieben, außer der Fassade, welche sie allen anderen vorspiegelt. Immer noch fehlt ihr die Möglichkeit, durch ein Henge und ähnliches zu schauen. Durch die Tatsache, dass Takeo nicht derjenige war, für den er sich ausgab – auch wenn Yuki nicht weiß, wer sich hinter dem zurückgezogenen Shinobi verbarg – wurde dies nur verstärkt.
Einige Dinge haben sich jedoch nicht geändert: sie ist immer noch unheimlich neugierig und bestrebt, den Dingen in aller Gründlichkeit auf den Grund zu gehen.
Um sich zumindest ab und an aus ihrer „Rolle“ im Dorf zu befreien und etwas Zeit für sich zu verbringen bevorzugt sie längere Spaziergänge im Wald: sie liebt die dortige Abgeschiedenheit. Wenn es ihr möglich ist trainiert sie dort auch mit ihrem Katana und übt sich in ihren Jutsu. Sie bevorzugt auch eher die kälteren Jahreszeiten, wenn der Wald schneebedeckt und Eis überzogen ist; die Sommermonate sind für sie eher nervig.

Yuki hängt immer noch an ihrer Familie. Der Tod ihres ältesten Bruders hat sie schmerzlicher getroffen, als sie offen zeigt. Umso mehr hängt sie an Raiu, die zwar nicht mehr zu ihrem Team gehört, aber immer noch eine bedeutende Rolle in ihrem Leben spielt. Yukis Einstellung zu ihr als Shinobi hat sich zwar geändert, doch ihre Liebe zu ihr und ihrer kleinen Familie ist fast unendlich und gerade für ihre Kinder würde sie über Leichen gehen. Was sie jedoch sehr schmerzt, ist die Beziehung Raius und der Kinder zu Hinomi. Gerne hätte Yuki den Part übernommen, doch sie hatte für sich die Verpflichtung getroffen sich um alles Erdenkliche im nicht familiären Umfeld zu kümmern – und dazu zählt vor allem eigene Kunoichi-Laufbahn.

Charakterstory:

Geburt einer neuen Hoffnung?


Es war ein schöner sonniger Tag im April und alles lief seinen gewohnten Trott. Kaiku war gerade dabei ihre Sachen für die Arbeit im Krankenhaus zusammen zu packen, Shimo war auf einer Mission und die Zwillinge – nun ja die Zwillinge waren in Obhut gegeben worden: Shin´s Mutter hatte sich dankenswerter Weise dazu bereiterklärt, auf Raiu und Tenshi aufzupassen: „Es wäre eine schöne Abwechslung für Shin, da er doch zu den besten Freunden der Zwillinge zählt,“ hatte sie Kaiku gestern im Gespräch erzählt. Kaiku hielt einen Moment inne: da war es wieder, das komische Gefühl. Seit Tagen hatte sie ein nicht zuzuordnendes pochen und murren in ihrer Magengegend, gefolgt von teils heftiger Übelkeit. Sie setzte sich. „Irgendwas stimmt mit mir nicht…,“ dachte sie. Sie nahm sich einige Minuten Zeit, dann ging sie ins Bad um sich für ihre Arbeit fertig zu machen.
Der Arbeitstag lief seinen normalen Gang. Kaiku versorgte ihre Patienten und erledigte die sonstigen Arbeiten, die in ihrem Bereich anfielen. Gelegentlich musste sie sich einen Moment ruhe gönnen, aber dies minderte ihren Arbeitsdrang kaum und sie schien auch nur unwesentlich langsamer zu arbeiten als sonst. Kurz bevor ihre Schicht sich dem Ende neigte ergriff es Kaiku erneut. Sie lehnte sich kurz an die Wand und atmete einige Male tief durch. Plötzlich schien sich die ganze Welt zu drehen. Leicht irritiert schloss sie die Augen um ihrer Gefühle wieder Herr zu werden. Dennoch ging es ihr nicht besser: ruckartig öffnete sie erneut ihre Augen und atmete hastig ein und aus. Dann wurde es plötzlich schwarz um sie.
Als Kaiku wieder zu ihren Sinnen kam lag sie auf eine Liege in einem Krankenzimmer. Verwirrt und leicht geschockt setzte sie sich auf und schaute sie sich um. Sie war mit verschiedenen Geräten verkabelt, unter anderem auch mit einem EKG. Erschöpft lies sie sich zurück auf ihr Kissen sinken. Kurz darauf betrat eine Schwester ihr Krankenzimmer. „Es freut mich dass sie wieder wach sind. Sie haben uns einen ganz schönen Schrecken eingejagt, als sie plötzlich im Gang zusammengeklappt sind,“ sprach sie ruhig auf Kaiku ein. Mittlerweile war auch ein Arzt in das Zimmer getreten: „Können sie mir sagen, was geschehen ist?“ fragte er Kaiku. „Ich… ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich nicht genau erinnern kann, was geschehen ist… Ich fühlte mich nicht so gut und lehnte mich deswegen an die Wand, dann begann sich die Welt vor meinen Augen zu drehen und dann… dann wurde es dunkel,“ antwortete ihm Kaiku mit leicht brüchiger Stimme. „Nun, wir haben noch nicht alle Tests abgeschlossen, aber es sieht ganz so aus, als ob sie sich in einer Schwangerschaft befinden, die bereits über die ersten Wochen hinaus fortgeschritten ist.“ Kaiku hörte die Worte des Arztes nur verschwommen. Erneut schwanger… ihre Gedanken waren ein wildes durcheinander nach der Diagnose. Konnte es wirklich sein… ein sanftes Lächeln legte sich auf ihr Gesicht. „Haben sie mich verstanden?“ Kaiku blinzelte den Arzt irritiert an. „Ich weiß was ich in einer Schwangerschaft beachten muss, dass hier ist nicht meine erste,“ antwortete sie ihm. „Deswegen werde ich jetzt auch gehen. Meine Zwillinge werden bald nach Hause kommen. Sie können sich aber sicher sein, dass ich auf mich achten und mich nicht überlasten werde.“ Ein charmantes Lächeln legte sich auf ihre Lippen, wohl wissend, dass sie der Arzt sie nicht gegen ihren Willen hier behalten konnte. Kurze Zeit später machte sie sich auch auf den Heimweg. „Shimo wird begeistert sein, wenn er erfährt, dass ich wieder schwanger bin. Dieses Mal wird auch nichts schief gehen, dafür werde ich sorgen…“ dachte sie während sie die Haustür aufsperrte.
Shimo kehrte einige Tage später von seiner erfolgreichen Mission zurück. Als er die freudige Nachricht von Kaikus erneuter Schwangerschaft hörte war auch er völlig aus dem Häuschen. Die weiteren Monate vergingen wie im Flug: auch die Zwillinge bemerkten die Änderung bei ihren Eltern. Mit wachsender Neugier beobachteten sie, wie der Bauch ihrer Mutter immer weiter zunahm und interessiert lauschten sie den Gesprächen ihrer Eltern über das neue Familienmitglied und die daran geknüpften Hoffnungen.
„Wir nennen sie Yuki… es passt zu ihr.“ Kaiku lächelte und blickte auf ihr Neugeborenes herab, dessen Hautfarbe schneeweiß war. Shimo betrachtete das Baby mit einem leicht besorgten Gesichtsausdruck. „Und was machen wir, wenn ihre Haut so wird wie die von Tenshi?“ fragte er seine Frau. Kaiku´s Lächeln verschwand und sie blickte Shimo ernst an. „Ich denke nicht, dass dies der Fall sein wird. Ihre Haut ist zwar weiß, aber sie fühlt sich anders an als die Tenshis. Du solltest dir darüber keine Gedanken machen.“ Sie berührte sanft Shimos Hand: „Ich bin mir sicher, dass Yuki sich prächtig entwickeln wird. Bestimmt hat sie dein Doton-Talent geerbt.“ Sie lächelte wieder und als sie ihren Blick von Yuki wieder zu Shimo wanderte sah auch er aus wie ein stolzer Vater.
Als man Kaiku mit Yuki aus dem Krankenhaus entließ, wurde sie zu Hause schon sehnsüchtig erwartet. Die Zwillinge hatten Yuki bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesehen und waren entsprechend aufgeregt endlich ihre jüngere Schwester zu begutachten. Mit der Zeit zeigte sich, dass Yuki sich tatsächlich entsprechend den Hoffnungen ihrer Eltern entwickelte. Lediglich ihre schneeweiße Haut blieb unverändert. Und so setzten Kaiku und Shimo alle Erwartungen in Yuki. Mittlerweile hatte sich gezeigt, dass weder Tenshi noch Raiu mit Doton umgehen konnten und so war es Yuki, die erhoffte Erbin der Familie zu sein schien. Yuki entwickelte sich prächtig. Ihre Eltern taten was sie nur konnten, um ihr alles nur erdenkliche zu ermöglichen und Yuki nahm alles begierig an. Außerdem verbrachte sie so viel Zeit mit ihren Geschwistern wie sie nur konnte. Alles schien in bester Ordnung zu sein und nichts deutete aus ihrer Sicht auf familiäre Probleme oder gar interne Schwierigkeiten hin. Yukis heile Welt bekam erste Risse, als sie auf die Akademie kam.


Eintritt in die Akademie


Yuki konnte es immer noch nicht fassen. Endlich war sie alt genug, um auch die Akademie zu besuchen. Seit einigen Monaten schon freute sie sich wie wild auf genau diesen Tag. Stolz betrat sie den großen Besprechungsraum, in dem die einzelnen Schüler auf die Klassen aufgeteilt wurden. Voller Vorfreude fragte sie sich, wer wohl ihre neuen Klassenkameraden würden und wann sie ihre ersten richtigen Trainingsstunden absolvieren würden. Ihrer Klasse wurden der junge Chuunin Makoto Kuma und insgesamt noch 24 weitere Neuankömmlinge in dieselbe Klasse eingeteilt.
Nachdem der offizielle Teil beendet war stieß Yuki zu Raiu und Tenshi die vor der großen Halle bereits auf sie warteten. Zusammen begaben sie sich auf den Trainingsplatz. „Endlich können wir auch hier mal zusammen trainieren.“ Tenshi grinste. „Wie müssen ja schließlich aufpassen, dass du nicht aus der Übung kommst.“ „Wie lange wird es den dauern, bis ein Neuankömmling wie ich auf den Platz darf?“ fragte Yuki. „Das kommt drauf an, wie gut du bist. Die Klasse wird wohl erst nach einiger Zeit hier her kommen, aber du kannst durchaus auch schon vorher mit dem Kurzschwert trainieren.“ Diesmal war es Raiu, die ihr antwortete. „Wenn du möchtest, können wir jetzt trainieren. Aktuell dürfte recht wenig los sein, “ meinte sie anschließend.
Der Trainingsplatz war relativ leer. Abgesehen von einigen älteren Genin war niemand zu sehen. „Anscheinend sind tatsächlich noch alle mit der Einschulung beschäftigt, “ dachte Yuki und lächelte. Als sie auf den Platz kamen positionierte Raiu sich etwas abseits, Tenshi und Yuki zogen ihre Waffen. Tenhsi hatte ein Katana gezückt während Yuki ihr Kurzschwert zog. Dann kam Raius erste Attack: rechts neben Yuki und Tenshi schlug ein Kunai ein. Yuki sprang ein Stück zurück, als Tenshis Katana vor ihrem Gesicht hielt. „Du darfst dich nicht so ablenken lassen, dann sinkt deine Deckung immer ab.“ Er grinste. Yuki machte eine halbe Drehung und ihr Kurzschwert zuckte nach Tenshis linker Schulter. Dieser blockte und sein rechter Fuß tippte an Yuki rechtes Knie. „Deine Deckung…“ rief er ihr erneut zu. Yuki vollführte einige schnellere Schläge nach Tenshi um dann etwas außer Atem nach hinten zu springen und dort in einer Defensivposition zu verharren. Raiu trat an ihre Seite. Yuki grinste: spontan waren ihre Chancen, gegen Tenshi erfolgreich zu sein, gestiegen. Umso größer war ihre Verwirrung als Raiu Yuki bei ihrem Angriff auf Tenshi nicht unterstützte. Tenshi wehrt Yukis Attacke ab und mit einer weiteren Drehung hatte er sie entwaffnet. Er lachte, dann gab er Raiu ein Zeichen und spontan löste sich der Klon in einer kleinen Rauchwolke auf. Verwirrt blickte Yuki zu Tenshi, der –immer noch lachend- ihr nur entgegnete: „Du darfst nicht alles glauben was du siehst.“
Sie trainierten noch eine kurze Zeit weiter, als Yuki von einer bekannten Stimme gerufen wurde. Als sie sich umdrehte sah sie ihren Vater am Rand des Trainingsplatzes stehen. „Yuki! Es wird Zeit, dass wir gehen. Raiu und Tenshi haben bestimmt heute auch noch was anderes zu tun.“ Yuki grinste, packte ihr Kurzschwert in dessen Scheide und drehte sich zu Tenshi um. „Anscheinend muss ich los. Aber wir werden uns jetzt bestimmt öfter sehen, “ sprach sie zu ihm. Auf Tenshis Gesicht war für einen kurzen Augenblick ein seltsamer Blick erschienen, dann antwortete er ihr: „Bestimmt. Aber viel Zeit werden wir für solches Training wohl nicht haben. Du solltest ihn aber nicht länger warten lassen.“ Er grinste wieder. Yuki sah zu Raiu, die mittlerweile auf dem Weg zu Tenshi und ihr war, und winkte ihr zum Abschied zu. Dann eilte sie zu ihrem Vater.
Mit der Zeit gewöhnte sich Yuki an die Tagesabläufe auf der Akademie. Wenn es die Zeit zuließ traf sie sich mit Raiu und Tenshi um zu trainieren oder um einfach nur zusammen zu sitzen. Der gewöhnliche Unterricht war nicht unbedingt nach ihrem Geschmack und regelmäßig war ihr dementsprechend langweilig. Sie war äußerst erfreut, als die Klasse endlich auf die Trainingsplätze ging und dort Nah- und Fernkampftechniken zu lernen beziehungsweise weiter zu schulte. Sie machte große Fortschritte und nach einiger Zeit konnte sie erste Ergebnisse zu Hause vorweisen.
Auf der Akademie –zum ersten Mal wirklich auf sich allein gestellt- kamen Yuki auch erste kleine Zweifel an ihrem perfekten Familienglück. Nichts änderte sich an dem Verhältnis zwischen Yuki und ihren Eltern oder zwischen Yuki und ihren älteren Geschwistern, allerdings sah sie nun zum ersten Mal, dass ihre eigenen Leistungen wesentlich anders beurteilt wurden, als Raiu´s und Tenshi´s. Während Raiu´s und Tenshi´s Leistung meistens eher zurückhaltend bewertet wurden, wurde jedes Ergebnis von Yuki nicht nur besonders positiv aufgenommen sondern auch immer unter der Tatsache bewertet, dass sie verschiedenes noch verbessern könne. So war Yuki´s Leben immer zwiegespalten: auf der einen Seite wurde ihr als Erbin sehr viel Aufmerksamkeit und Zuneigung entgegengebracht, auf der anderen Seite musste sie immer die Erwartungen ihrer Eltern erfüllen. Dennoch ging Yuki in ihrer Rolle auf und wusste ihre Eltern immer zufrieden zu stellen. Dazu kam, dass das Verhältnis zwischen ihr und ihren älteren Geschwistern mit der Zeit immer besser wurde. Dementsprechend sah Yuki der Zukunft positiv entgegen und es gab nicht, was ihr diese Zuversicht nehmen konnte. Zumindest dachte sie das… Schon recht früh begann sich herauszustellen, dass Yuki besonders begabt in Taijutsu war. Ihr bereits frühes Training mit ihrem Vater und ihren älteren Geschwistern verschaffte ihr einen Vorteil als sie auf die Akademie kam, und diesen Vorteil wusste sie durchaus zu nutzen. Nach einiger Zeit war sie bereits so weit, dass sie ihren Klassenkameraden gerade im Nahkampf Hilfestellung geben und ihr Wissen über Taijutsu weitergeben konnte. Zu Hause wurden alle Fortschritte von Yuki mit besonderer Wachsamkeit beobachtet und als sich herausstellte, dass sie eine Begabung für Doton hatte und sich bereits auf der Akademie herausstellte, dass sie noch vor Abschluss ihrer Akademiezeit in der Lage sein würde, dieses Element zu beherrschen, waren ihre Eltern außer sich vor Freude. Mit einer Familienfeier wurde die Erkenntnis gebührend gefeiert. Als sich die Feier dem Ende entgegen neigte bat Tenshi Yuki auf einen kurzen Moment nach draußen. „Gratuliere Yuki, “ er grinste. Yuki sah ihn verwirrt an. „Was genau möchtest du von mir?“ fragte sie ihn. Tenshi setzte sich langsam in Bewegung. Yuki schaute ihm einen Moment irritiert nach, dann folgte sie ihm. Als sie ein paar Schritte gegangen waren sprach Tenshi sie an. „Wie ich höre bist du ansonsten auch sehr erfolgreich auf der Akademie. Zudem ist mir nicht entgangen, dass du im Nahkampf immer besser wirst. Ich glaube es ist an der Zeit, dass du auf den nächsten Level aufsteigst.“ Er drehte sich zu ihr um. „Allerdings glaube ich auch, dass du aus dem Alter für Kurzschwerter mittlerweile raus gewachsen bist.“ Er grinste. Dann griff er an seine Seite und montierte sein Katana ab. „Hier. Ich möchte, dass du es ab jetzt trägst.“ Damit überreichte er ihr sein Katana. Yuki schluckte und sah zu ihm auf. „Aber… was machst du ohne deine Waffe?“ fragte sie ihn. „Im Endeffekt geht es mir wie dir. Auch ich bin aus meiner Waffe raus gewachsen.“ Er lächelte sie an. „Außerdem ist sie bei dir am Besten aufgehoben. Ich möchte nicht, dass sie in irgendeinem Schrank zu staubt. Sie hat mir gute Dienste erwiesen und dir wird sie bestimmt genau so nützlich sein.“ Sie drehten um und gingen zum Haus zurück wo die anderen bereits auf sie warteten.
Als Yuki und Tenshi das Haus betrat saßen ihre beiden Eltern am Küchentisch. Tenshi grinste Yuki an, dann verschwand er in seinem Zimmer. "Anscheinend haben sie auf mich gewartet... Ich dachte eigentlich, der Abend wäre soweit gelaufen...," dachte Yuki als sie langsam in die Küche trat. Shimo räusperte sich: "Ich denke es ist jetzt an der Zeit, dass du das erhälst, was die zusteht. Setzt dich bitte zu uns." Yuki schluckte. Hatte sie etwa schon wieder was vergessen? Hatten ihre Eltern doch einen Fehler entdeckt? Mit skeptischem Blick setzte sie sich zu ihnen an den Tisch. "Es ist bei uns Tradition, dass derjenige, der unser Familienerbe weiterträgt auch unsere Wölfe erbt," sprach Shimo in ruhigem Ton weiter. Yuki´s Stirn runzelte sich. "Bin ich tatsächlich die erste Familienerbin? Was ist den mit den Zwillingen?" dachte sie sich. Sie war sich durchaus bewußt, dass die Zwillinge augenscheinlich keine Begabung in Doton hatten, aber dass sie damit automatisch nicht als Erben galten machte sie stutzig. Ihr Vater schien ihre Gedanken gelesen zu haben. Shimo sah sie einen Moment an, dann sprach er weiter: "Da du diejenige bist, die das Doton-Erbe weiterführen wird, bist du auch diejenige, die die Wölfe erbt." Er lächelte. "Nimm die Schriftrollte und übe dich darin. Ich bin mir sicher, die Wölfe werden auch dir hilfreich zur Seite stehen." Aufgeregt nahm Yuki die Schriftrolle entgegen. Sie strahlte über das ganze Gesicht: sie hatte schon öfters beschworene Tiere gesehen, aber sie hätte sich nie träumen lassen, dass sie auch einmal so etwas zustande bringen konnte. "Ich denke wir beenden den Abend nun," riß sie Kaikus Stimme aus ihren Gedanken. Kaiku strich Yuki über den Kopf. "Du musst ja morgen wieder an die Akademieund dafür solltest du ausgeschlafen sein." Mit diesen Worten im Ohr verschwand Yuki in ihr Zimmer. Diese Nacht fand sie allerdings kaum schlaf, viel zu sehr freute sie sich auf die verblüften Gesichter ihrer Klassenkameraden, wenn sie das erste Mal ihre Wölfe beschwor. Ein lächeln flog über ihr Gesicht: nein, eigentlich konnte sie es kaum erwarten, morgen an die Akademie zu kommen.


Ein unfreiwilliges Bad


„Nun komm schon Yuki…“, ihre Klassenkameraden standen schon auf der anderen Seite der Hängebrücke. So ganz sicher war sich Yuki ihre Sache allerdings noch nicht. Seit mehreren Tagen hatte es im Erdreich mehr als normal geregnet und die Flüsse führten außergewöhnlich viel Wasser. Dazu kam, dass die Hängebrücke auf Yuki einen eher fragwürdigen Eindruck machte. Auch wenn ihre Klassenkameraden und ihr Klassenlehrer schon erfolgreich die Brücke überquert hatten, so war Yuki nicht entgangen, dass die Brücke mehrmals geächzt hatte und die Holzkonstruktion sich unter dem Gewicht ihres Klassenlehrers deutlich durchgebogen hatte. Dazu kam, dass die Seile, mit welchen die Konstruktion an beiden Enden der Schlucht befestigt war, auch schon durchgescheuert aussahen. Nein, Yuki wollte nicht über diese Konstruktion gehen, und schon gar nicht, wenn sie die schnellfließenden Wassermaßen darunter betrachtete. „Yuki… wir können nicht den ganzen Tag auf dich warten. Vor uns liegt noch ein gutes Stück Weg, bis wir den Übernachtungsplatz erreicht haben.“ Makoto Kuma, ihr Klassenlehrer, klang allmählich ungeduldig. Missmutig schaute Yuki ihn an. Dann wanderte ihr Blick zu ihren Klassenkameraden. Einige waren bereits sichtlich genervt und ungehalten über den zeitlichen Verzug, der aufgrund Yukis Verhalten entstand. Andere standen in kleinen Gruppen zusammen und tuschelten. „Yuki… komm jetzt oder ich lasse dich hier alleine zurück!“ Jetzt war Kuma verärgert. Yuki zuckte missmutig die Schultern und wagte den ersten Schritt auf die wackelige Konstruktion nur um gleich einen Satz zurück auf das sichere Ufer zu machen. Mit flehendem Blick schaute sie zu ihrem Klassenlehrer: „Kann ich nicht einfach umkehren und Sie gehen mit der Klasse weiter? Dann ist doch allen geholfen?“ fragte sie. „Du weißt genau, dass das nicht möglich ist. Entweder du kommst jetzt rüber oder wir müssen alle umdrehen.“ Kuma war sichtlich genervt. Yuki resignierte. „Naja“, dachte sie. „Es hat alle anderen auch getragen, also warum sollte es ausgerechnet bei mit nicht mehr der Fall sein.“ Ganz vorsichtig setzte sie erneut einen Schritt auf die Brücke. Sie schluckte schwer, als sie bemerkte, dass auch die Seile unter ihrem Gewicht ächzten. Langsam setzte sie einen Fuß vor den anderen und bahnte sich so ihren Weg. Als sie die Hälfte des Weges hinter sich hatte geriet die Konstruktion durch eine Windböe ins Schwanken. Panisch griff Yuki nach einem der Halteseile. Dann hörte sie einen Knall.
Innerlich hatte Kuma bereits resigniert. Die Chancen standen denkbar ungünstig, dass Yuki die Brücke überqueren würde. Selbst die Drohung, sie alleine zurück zu lassen hatte nicht den gewünschten Effekt. Wenn sie nach seiner letzten Aufforderung nicht endlich einen Fuß auf diese Hängebrücke setzten würde, müssten sie tatsächlich alle umkehren. Er seufzte. Als er erneut zu Yuki blickte war diese bereits einige Schritte auf der Brücke gegangen. „Na endlich!“ dachte er. Sie würden ihr Camp doch noch vor Anbruch der Dunkelheit erreichen. Er lächelte. Sein lächeln erstarb, als die Windböe die Hängebrücke traf und wich absolutem Entsetzen, als er den Knall rechts neben sich hörte und sah, dass das marode Seil gerissen war.
Panisch bemerkte Yuki, wie ihre Klassenkameraden alle entsetzt einen Sprung zurückmachten. Dann war auf einmal das Seil, an dem sie Halt gesucht hatte, verschwunden. Mit einem lauten Schrei stürzte Yuki in die Tiefe.
Die Hängebrücke hatte unter den Windböe endgültig nachgegeben. Bereits vorher waren einzelne Holzbalken zum Teil gebrochen und die gespannten Seile hingen mehr als notwendig durch. Durch die Schwingungen, in die die Konstruktion wegen der Windböe geraten war, und die dadurch entstandene plötzliche Spannung riss eines der Halteseile. Durch die entstandene Instabilität stürzte auch der Rest der Brücke schnell in sich zusammen.
Yuki überstand den Sturz selbst unbeschadet. Die Schlucht war nicht allzu tief und schließlich landete sie nicht auf hartem Boden. Allerdings fingen jetzt ihre Probleme gerade erst an. Yuki hatte nie richtig schwimmen gelernt. Schon immer war ihr Wasser sehr suspekt gewesen. Sie sah durchaus die Notwenigkeit mit Wasser umzugehen, aber über mehr als die lebensnotwendigen und hygienischen Maßnahmen hinaus war sie nicht bereit sich mit diesem Element einzulassen. Als sie im Wasser aufschlug, wich zuerst der Großteil der Luft aus ihren Lungen. Mühsam japste sie das erste Mal nach Luft um dann gleich wieder unter Wasser gezogen zu werden, umringt von Trümmern der Hängebrücke. Die Strömung hatte sie bereits ein gutes Stück mitgerissen, als sie sich das nächste Mal mühsam an die Wasseroberfläche kämpfte. Panik stieg in ihr auf. Selbst wenn sie auf Grund ihrer miserablen Schwimmkünste überhaupt eine Chance gehabt hätte, so waren ihre Chancen mit Rüstung, Katana und Gepäck sich ans Ufer zu retten gleich null. Eine weitere Welle zog sie unter Wasser. Yuki strampelte und ruderte verzweifelt mit den Armen. „Nein, um Himmels willen…“, schoss es ihr durch den Kopf. Als sie erneut durch die Wasseroberfläche stieß reichte die Zeit nicht aus, um nach Luft zu schnappen. Allmählich spürte Yuki, wie ihre Lungen nachgaben: sie versuchte zu Atmen, schluckte allerdings nur Wasser. Unter Schmerzen versuchte sie erneut die Wasseroberfläche zu erreichen, als sie mit Schwung gegen einen Felsen gedrückt wurde, der ihr auch die restliche Luft aus ihren Lungen trieb. Sie griff nach dem Fels, fand jedoch keinen halt und trieb weiter. Sie versuchte erneut zu Atmen und schluckte erneut nur Wasser. Sie spürte, wie sie allmählich in die Bewusstlosigkeit abdriftete. Mit letzter Anstrengung riss sie die Arme in Richtung der Wasseroberfläche nach oben, dann wurde es schwarz um sie.
Kräftige Arme griffen nach Yuki und mit Schwung wurde sie nach oben gezogen. Dann wurde Yuki an Land gebracht. Jemand drehte sie auf den Rücken und begann sie zu beatmen. Nach wenigen Augenblicken erwachte sie würgend. Yuki wurde erneut gedreht und jemand presste ihren Bauch zusammen. Würgend erbrach sie das Wasser, welches sie vorher geschluckt hatte. Dann wurde sie auf die Seite gelegt. Yuki zitterte. Um sie herum waren nur Schatten zu erkennen, allerdings war anscheinend auch eine Person anwesend. „Wer…?“ fragte sie mit zittriger Stimme. „Nicht reden,“ antwortete ihr eine männliche Stimme. „Gleich werden die andern da sein. Ich muss jetzt allerdings gehen.“ „Warte…,“ rief Yuki noch, aber der Unbekannte war bereits verschwunden.
Kuma erreichte Yuki nur wenige Minuten später. Geschockt betrachtete er das Häufchen Elend, dass vor ihm am Ufer lag. Yuki zitterte immer noch, aber wenigstens war sie am Leben. Dank ihrer Rüstung schien sie den Trip überwiegend unbeschadet überstanden zu haben. Bei näherer Betrachtung bemerkte er jedoch, dass sie sich im Wasser zwei Rippen angeknackst hatte. Aufmerksam schaute Kuma sich um: es war unmöglich, dass Yuki sich selbst aus dem Wasser herausgezogen hatte, aber es war niemand in ihrer Nähe zu sehen. Er runzelte leicht die Stirn und begann Yuki für den Transport nach hause vorzubereiten.
Yuki wusste nicht genau wir sie nach ihrem unfreiwilligen Bad zurück nach Hause gelangt war. Sie erinnerte sich noch daran, dass kurz nachdem der Fremde verschwunden war, ihr Klassenlehrer auftauchte und sich weiter um sie kümmerte. Kurz darauf hatte sie allerdings ihr Bewusstsein verloren und war erst im Krankenhaus von Iwa wieder erwacht. Zu ihrer eigenen Erleichterung stellte sie fest, dass sie den Sturz und die Schwimmpartie relativ unbeschadet überstanden hatte. Ihr Brustkorb war umhüllt von Verbänden und sie spürte auf der linken Seite einen unangenehmen Druck. Ansonsten schien jedoch alles in Ordnung zu sein mit ihr. Langsam sah sie sich in ihrem Zimmer um. Aktuell waren alle anderen Betten nicht belegt und sie war allein. Sie seufzte leise. Sie mochte solche Aufenthalte nicht. Zum einen ging ihr wertvolle Trainingszeit verloren zum anderen war es in einem Krankenhauszimmer immer unglaublich langweilig. So blieb ihr nichts anderen übrig, als auf den behandelnden Arzt und dessen Diagnose zu warten.
Die Diagnose des Arztes war für Yuki persönlich niederschmetternd. Eigentlich hatte sie mehr Glück als Verstand gehabt um sich nicht mehr Verletzungen zuzuziehen, als sie tatsächlich hatte. Nichts desto trotz hatte sie sich tatsächlich zwei Rippen angeknackst und musste diese Verletzung nun aussitzen. Für mindestens einen Monat musste sie sich schonen und durfte keine Trainingseinheiten absolvieren. Resigniert konnte sie einige Tage später das Krankenhaus verlassen und in die Akademie zurückkehren. Der „normale“ Unterricht konnte also weiter gehen.


Zerbrochenes Familienglück


Yuki genoß die Zeit auf der Akademie. Erstaunlicher Weise hatte sie hier tatsächlich mehr Möglichkeiten sich mit ihren Geschwistern zu treffen als zu Hause. Dabei erzählte Yuki jedem, dass ihr zuhause das Beste überhaupt war. Es erfüllte sie mit Stolz, dass ihre Eltern große Stücke auf sie hielten und sie lobten aber auch dass sie immer eine gewisse Leistung erwarteten. Dementsprechend geschockt hatte Yuki reagiert, als Raiu und Tenshi ausgezogen. Sie konnte es nicht nachvollziehen, schließlich waren sie doch alle eine glückliche Familie, auch wenn ihre Eltern auf Yuki manchmal mehr achteten als auf die Zwillinge. Yuki sollte er sehr viel später erkennen, dass es sehr wohl Anzeichen für all das Unglück gegeben hatte und dass längst nicht alles zu Hause glänzte. Zu jener Zeit wurde ihr auch bewusst, dass ihre kleine, heile Welt in der sie gelebt hatte, nie wieder so werden konnte wie sie es früher für sie gewesen war. Und erst der Tod ihres Bruders sollte ihr vor Augen führen, dass ihre große Schwester keineswegs so unerschütterlich war, wie sie sie immer gesehen hatte...

Yuki konnte es immer noch nicht fassen. Keinen hätte sie stärker und kräftiger eingeschätzt als Tenshi. Selbst jetzt erwartete sie noch, dass Raiu durch die Tür kam und ihr eröffnete, dass Tenshis Tod doch nur ein schlechter Scherz war. Stille Tränen rannen über ihr Gesicht. Wie dem auch sei – sie musste ihre Gedanken ordnen, wenn sie noch auf die Beerdigung wollte. Yuki wischte die Tränen ab und stellte sich vor ihren Spiegel. Äußerlich sah sie aus wie immer. Sie seufzte, dann zog sie ihren schwarzen Pulli über, griff sich ihr Katana und trat an das Fenster heran. Traurig schüttelte sie den Kopf und blickte nochmal zu ihrer Zimmertür. „Hoffentlich bemerken sie nicht, dass ich nicht mehr da bin…“ dachte sich Yuki. Dann öffnete das Fenster und stieg hinaus in den Garten. „Immerhin hat ein eigenes Zimmer im Erdgeschoß noch seine Vorteile…“ dachte sie als sie in Richtung Friedhof lief.
Es war ein trostloser und kalter Tag. Schon seit den frühen Morgenstunden regnete es und gegen Abend war es nicht besser geworden: mittlerweile fiel er in kräftigen Bahnen auf den Boden herab. Der Himmel hing voller dunkler schwarzer Wolken und der Wind blies ohne Unterbrechung stark und kalt. Zwischendurch zuckten mit einem lauten Donnern Blitze aus der dichten Wolkendecke und zerrissen die gespenstige Szenerie und enthüllten ein tristes einsames Bild. Yuki hatte sich in einiger Entfernung hinter einem halbhohen Felsen versteckt und beobachtete von dort aus das Begräbnis ihres Bruders. Tiefe Traurigkeit erfüllte sie: das hier hatten Tenshi und auch sein Teamkamerad nicht verdient. Lediglich ihre große Schwester Raiu und zwei Totengräber standen am Grab. Sie schüttelte leicht den Kopf, dann schaute sie kurz zu Boden. „Verdammt noch mal… ich weiß noch nicht mal, wie Tenshis und Raius Teamkamerad hieß, der ebenfalls die Mission nicht geschafft hat…“ murmelte sie leise vor sich hin. Leichte Scham überkam sie bei diesem Gedanken –Yuki zitterte: sie hatte überhaupt nicht daran gedacht, nach dem Namen zu fragen. Nie hätte sie geglaubt, dass Tenshi eine Mission nicht überleben könnte und entsprechend geschockt hatte sie auf die Nachricht reagiert, dass er tatsächlich verstorben war. Noch viel schlimmer war jedoch in ihren Augen, dass ihre Eltern ihr verboten hatten auf die Beerdigung zu gehen. Leicht zornig runzelte sie die Stirn: hatten ihre Eltern tatsächlich gedacht, dass sie sich daran halten würde? Wie konnten sie überhaupt solch ein Verbot aussprechen? Sie wussten doch ganz genau wie Yuki zu Tenshi stand….
Leicht schüttelte Yuki den Kopf und blickte erneut zu Tenshis Grab: die Totengräber waren anscheinend gerade gegangen und so blieb Raiu allein am Grab zurück. Yuki seufzte innerlich: wenn Tenshis Tod sie schon hart getroffen hatte, wie war es dann erst Raiu gegangen? Mit schaudern dachte sie zurück an den Moment, als sie dieses komische Gefühl in der Magengegend ergriffen hatte: sie saß gerade in der Mensa der Akademie und nahm ihr Mittagessen ein, als plötzlich eine Art innere Schwärze von ihr Besitz ergriff. Dann war sie aufgesprungen und hatte fluchtartig das Gebäude verlassen.
Yuki ballte ihre Hand zu einer Faust und sah erneut auf den Boden. Ja, sie konnte ihre Eltern nicht verstehen und sie wollte auch nicht. Erneut wurde sie zornig: nicht nur dass Yuki nicht auf die Beerdigung durfte, auch Raiu war aus der Familie gebannt worden. Hatte Raiu es nicht schwer genug? Musste sie auch noch den letzte bisschen Rückhalt verlieren, der ihr geblieben war? Mit Tränen in den Augen blickte Yuki erneut zu Raiu. Diese war mittlerweile auf ihre Knie gesunken und schlug mit beiden Fäusten auf den felsigen Erdboden von Tenshis Grab ein. Vermutlich weinte Raiu, doch der Regen ließ nicht zu, dass man die Tränen sah; vermutlich schrie sie, doch der tosende Wind und der grollende Donner ließen nicht zu, dass man es hörte. Yuki schloß ihre Augen und lehnte sich mit dem Rücken an den Felsen, hinter dem sie sich versteckte. Ihre Gedanken wanderten zu den Augenblicken, die sie Raiu und Tenshi zusammen verbracht hatten. Ein Lächeln flog über ihr Gesicht als sie die schönen Momente rekapitulierte. Dann erstarb das Lächeln als Yuki bewusst wurde, das es nie wieder so sein würde. Weder sie, geschweigen den Raiu würden je wieder dieselben sein. Trotzig öffnete sie ihre Augen wieder. „Wie dem auch sei, ab jetzt wird einiges anders laufen,“ murmelte sie.
Mittlerweile hatte Raiu sich wieder erhoben. Yuki wusste nicht wie viel Zeit vergangen war: sie hatte jedes Zeitgefühl verloren. Dazu war sie nass bis auf die Haut und komplett durchgefroren. Yuki zitterte, aber nicht wegen dem Kältegefühl. Auch sie hatte sich unbewusst erhoben und war aus ihrem Versteck hervorgetreten. Mit glasigen Augen starrte Yuki auf Tenshis Grab, ohne jedoch etwas zu sehen. Auch das Raiu auf sie zukam bemerkte sie zunächst nicht. Erst als Raiu sie fast erreicht hatte blickte Yuki auf. Raius Bewegungen wirkten kraftlos und müde, ihre Arme hingen kraftlos an ihrem Körper herab und schwangen bei ihren Schritten leicht mit. Yuki bebte und zitterte immer noch als Raiu sie endlich erreichte. Erst jetzt konnte sie Raius Gesicht erkennen: es wirkte müde und ohne völlig ausdruckslos… und die Augen. Yuki hatte noch nie solche Augen gesehen: Raius Augen waren eingesunken und wirkten leer und kalt. Yuki schluckte als ihr bewusst wurde, dass sie sich gerade vor ihrer eigenen Schwester fürchtete. Yuki versteifte sich und machte einen halben Schritt zurück. Sie konnte nicht glauben, dass ausgerechnet ihre Schwester, die ihr beigebracht hatte immer das Gute zu sehen und immer ein Lächeln auf den Lippen zu haben, egal was passierte, jetzt aussah wie eine lebende Tote. Fast schien es so, als hätte Raiu alles, was sie auszeichnete, ihren gesamten Charakter mit Tenshi begraben. Yuki rührte sich nicht mehr. Zu sehr war sie von dem Anblick ihrer Schwester geschockt und zu tief traf sie die langsam aufkeimende Erkenntnis darüber, dass sie anscheinend beide Geschwister verloren hatte.
Raiu blickte mit eingesunkenen Augen auf Yuki herab. Sie konnte sehen, wie Yukis Gedanken arbeiteten, dann legte sie ihre Hand auf Yukis Kopf und streichelte darüber. Ruckartig zuckte Yuki kurz zusammen, ihr Blick klarte auf. Dann vernahm sie Raius Worte, kraftlos und kaum hörbar durch das Tosen des Sturmes aber für Yuki deutlich zu verstehen: „Geh nach hause kleine Schwester. Er würde nicht wollen, dass du seinetwegen Ärger mit unseren Eltern bekommst ...“ Yuki stand einige Sekunden reglos da, dann wurde sie ihrer Gefühle nicht mehr Herr. Auf einmal herrschte absolutes Chaos in ihrem Kopf und alle Gedanken wurden durcheinander gewirbelt. Hemmungslos begann Yuki zu weinen, die Tränen strömten über ihr Gesicht und sie warf sich Raiu in die Arme.
Yuki wusste nicht genau wann ihre Schwester sie sanft von sich schob. Mit Tränen in den Augen blickte sie auf Raius Hände und bemerkte erst jetzt, dass diese bluteten. Doch das spielte aktuell keine Rolle. Yuki sah zu Raiu auf. Es gab so viel, was sie ihrer großen Schwester sagen wollte, doch sie brachte kein Wort heraus. Stumm sah Yuki ihre Schwester an, als diese mit sanfter Stimme sagte: „Geh nach hause Yuki-chan. Mama und Papa machen sich bestimmt große Sorgen um dich ...“ und sie anschließen auf die Stirn küsste. Yuki war nicht in der Lage ihrer Schwester zu wiedersprechen. Sie nickte leicht und drehte sich um. Kurz vor dem Ausgang des Friedhofs hatte sie innegehalten und sich nochmal umgedreht aber sie war zu weit entfernt, als dass sie Raiu oder das Grab hätte sehen können. Mit einem seufzen wandte sie sich um und ging langsam in Richtung ihres Elternhauses. Jetzt rasten Yukis Gedanken. Plötzlich wurde ihr bewusst, dass Raiu nun ganz allein war, dass niemand mehr da war, der sie wirklich verstand. Yuki begann zu laufen. Erneut strömten neue Gedanken auf sie ein. Wie würde es jetzt weiter gehen? Was sollte nun aus ihr und Raiu werden? Tränen rannen Yuki übers Gesicht als sie anfing zu rennen. Weg von allem Unglück, weg von den Sorgen um Raiu, weg von dem Ort, an dem ihr Bruder begraben lag. Schluckzend und mit ihren Nerven völig am Ende erreichte Yuki ihr Elternhaus und stürzte durch die Eingangstür.
Shimo und Kaiku erwarteten sie bereits. „Wo warst du? Wir haben alle Straßen nach die abgesucht?“ entfuhr es Shimo. Kaiku schwieg, dann ging sie auf die Knie und nahm Yuki in den Arm. „Mach so etwas nicht wieder,“ flüsterte sie in Yukis Ohr. Von all diesen Äußerungen bekam Yuki nichts mit. Es dauerte eine ganze Weile, bis sie sich einigermaßen beruhigt hatte.

Jeder hat seine eigene Art und Weise um zu trauern. Yuki blieb zwei Tage auf ihrem Zimmer, sie verließ es nur um zu essen und wenn es zwingend notwendig war. In dieser Zeit machte sie sich viele Gedanken. Es war ihr immer noch ein Rätsel, was genau bei der Mission schief gelaufen war, aber sie würde alles dafür tun, dass so etwas nicht wieder vorkommt. Die meiste Zeit verbrachte Yuki damit sich zu überlegen, wie man sicherstellen konnte, dass die Missionen nicht zu einem Todeskommando wurden. Und je mehr sie darüber nachdachte, desto klarer erschien vor ihrem geistigen Auge ein Weg, den sie beschreiten musste. Einige Tage später besuchte sie wieder die Akademie. Jetzt hatte sie klare Vorstellungen, wie genau ihr weiteres Training aussah: sie trainierte härter und zielstrebiger als zuvor und versuchte jeden noch so kleinen Fehler auszumerzen. Yuki war sich immer deutlicher als je zuvor bewusst, dass die wahre Stärke eines Genin in seinem Team lag und dass es deswegen zwingend notwendig war, dass jeder auf seinem Gebiet herausragend trainiert war. Wenn man sich nicht auf sein Team verlassen konnte, war man verloren.


Veränderungen



Tagebucheintrag Rückreise nach Iwa-Gakure, 5 n. Zen Saiki, 11:45 Uhr:

Ich kann nicht genau beschreiben, wie ich mich fühle. Hattori-Sensei spricht nicht sonderlich viel und auch Raiu wirkt eher merkwürdig. Ich komme mir so Fehl am Platz vor: nicht nur, dass Takeo verschwunden ist, sondern auch dass weder Raiu noch ich es zu Chuunin geschafft haben scheinen unser Team förmlich komplett zu entzweien. Wie soll es nur weiter gehen? Ich muss irgendwie einen Weg finden, wie unser Dorf erneut Stolz auf uns sein kann.

Yuki zog sich während der Rückreise nach Iwa immer mehr von ihrem Sensei und ihrer Schwester zurück. Sie hatte über viele Dinge nachzudenken, doch irgendwie kam für sie keine Lösung in Sicht. Sie wurde nachdenklicher und stiller als man es von ihr gewohnt war – der Tod der Genin, ihr eigenes Versagen in jeder Hinsicht, das Verschwinden Takeos und ihre eigene Unfähigkeit auch nur irgendetwas der Ereignisse zu verhindern geschweige denn aufzuhalten nahmen ihr fast jede Zuversicht. Als sie wieder in Iwa angekommen waren hatten sich ihre Wege erst einmal getrennt… Yukis Mutter Kaiku war kurz einem Panikanfall nahe, als sie die Veränderungen und Verletzungen ihrer geliebten Tochter bemerkt hatte, ehe sie beschloss ihre Tochter bei diversen Psychologen vorstellig werden zu lassen. Yuki hatte verbissen geschwiegen, sie hatte keinen an sich heran gelassen. Dann kam es zu neuen Ereignissen, die das Leben der jungen Kunoichi endgültig aus der Bahn zu werden drohten…


Tagebucheintrag, zu Hause in Iwa, 5 n. Zen Saiki, 10:20 Uhr:

Oh Gott Raiu… was hast du nur getan? Denkst du etwa, ich weiß nicht wer der Vater ist? Wie konntest du dir und den Kindern das nur antun? Bist du dir dessen bewusst, was es für dich und sie bedeuten wird? Ein Leben in ständiger Angst, unter Beobachtung… wie viel Misstrauen willst du noch säen? Ich kann dir gar nicht sagen, wie wütend und enttäuscht ich von dir bin. Ist es den nicht möglich, dass du einmal an die Konsequenzen deines Handelns denkst?

Gleicher Tag, 23:15 Uhr:
Ich habe die Zeit genutzt, um meine Gedanken zu sortieren und mir darüber klar zu werden, wie es weiter gehen soll. Die Kinder können nichts dafür, sie haben sich ihr Leben nicht ausgesucht. Ich werde mein möglichstes geben sie zu schützen. Du kannst das sehr gut für dich alleine, aber ob es mit den Kinder klappen wird, das wage ich zu bezweifeln… auch dein Kindermädchen wird im Zweifelsfall nichts verhindern können. Aber ich habe eine Idee, eine Lösung für unser Problem. Und ich denke, dass lässt sich schneller umsetzten als mir lieb ist…

Die Schwangerschaft Raius hatte Yuki völlig kalt erwischt. Sprachlos hatte sie den Ausführungen ihrer Schwester gelauscht und sich ihre weiteren Pläne erklären lassen. Yuki war nur in der Lage gewesen zu nicken, ehe sie ihre Schwester stehen ließ. Ohne Umwege und mit Tränen in den Augen war sie zum Grab ihres Bruders gewandert und hatte sich dort einen ruhigen Flecken zum nachdenken gesucht. Nach langen Stunden der Verzweiflung hatte Yuki schließlich die Einsicht erlangt, dass sie es war, die handeln musste; sie wollte und konnte es nicht ihrer Schwester überlassen, von der sie mehr und mehr das Gefühl hatte, dass sie den Blick zu sehr auf sich fokussierte und dabei alles andere ausblendete. Sie erzählte schließlich ihrem Psychologen eine hübsche Geschichte – das Takeo entführt wurde, dass sie es nicht verhindern konnte und dass diese Tatsache ALLE ihre Probleme beinhaltete - , damit dieser sie nach mehreren Therapiesitzungen als „geheilt“ entlassen konnte. Somit konnte sie sich mit der Umsetzung ihres Masterplanes befassen: sie würde eine Oi-Nin werden, denn nur so scheint es ihr möglich, Raiu und die Kinder zu schützen.

Tagebucheintrag, noch zu Hause in Iwa, 6 n. Zen Saiki:
Da wären wir also: eine weiter Chuunin-Prüfung. Doch diesmal bin ich vorbereitet: keine Selbstzweifel, keine Überschätzung, diesmal weiß ich genau, was ich zu tun habe…

Die zweite Chuunin-Prüfung war für Yuki ein voller Erfolg. Sie beendete sie als eine der Besten Genin aus Iwa und konnte so guten Gewissens nach Iwa zurückkehren. Der Kage, welchem die radikalen Veränderungen an der jungen Kunoichi nicht entgangen waren, behielt sie gut im Auge. Immer wieder wurden ihr Aufgaben erteilt, die unterschiedlicher nicht hätten sein können: von einfachen Kleinigkeiten, die man eigentlich eher Genin auftragen würde, hin zu größeren Herausforderungen, an deren Erfüllung die junge Kunoichi schon hart zu arbeiten hatte. Ein wenig irritiert nahm Yuki jeden Auftrag an und erfüllte ihn so gut sie konnte, immer mit dem Gefühl dass sie irgendwie genauer beobachtet wurde als Andere. Diesen Umstand mehr oder weniger ignorierend, hatte sie diese Extrabehandlung hingenommen und weiterhin ihren Plan verfolgt: sie trainierte weiterhin hart in ihren Fähigkeiten und erhielt Unterricht von ihrer Mutter in den Bereichen der Senbon-Verwendung. Gegen Ende des Jahres hatte der Kage schließlich Yuki erneut in sein Büro gerufen, doch diesmal hatte er keinen Auftrag für sie, sondern die Nachricht, dass sie ab heute ein ANBU sein würde. Viel Zeit für ihr ANBU-Training hatte Yuki bisher jedoch nicht, da sie bereits kurz darauf auf eine Mission geschickt wurde, die sie außerhalb der Landesgrenzen Iwa-Gakures führte…


Wichtige Ereignisse:
10 v. Zen Saiki: Geburt
3 n. Zen Saiki: Tod ihres ältesten Bruders
3 n. Zen Saiki: Abschluss der Prüfung als Genin
4 n. Zen Saiki: Zuweisung in ein Team
5 n. Zen Saiki: Erste Chuunin-Prüfung (durchgefallen)
6 n. Zen Saiki: Zweite Chuunin-Prüfung (bestanden)
Ende 6 n. Zen Saiki: Yuki wird ANBU

Diagramm:


Genjutus auf GeninDia 1

Zweit-Chara: 2. Chari: Saisho Kurai

Code: Richtig, Akio

Dieser Beitrag wurde bereits 29 mal editiert, zuletzt von »Daichi Yuki« (7. November 2009, 18:15)

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Daichi Yuki

Origami Tiger

Themenstarter Themenstarter

2

Samstag, 7. November 2009, 18:13

Geninprüfung


Yuki tippelte nervös von einem Fuß auf den anderen. Nur zwei Klassenkameraden waren vor ihr dran und mit keinem konnte sie nach der Prüfung sprechen. Der nächste Kandidat war sie und sie hatte keine Ahnung, was sie erwartete. „Daichi Yuki bitte nach vorne treten.“ Yuki schluckte und folgte der Bitte des Ansagers. Dieser begleitete sie nach draußen und eröffnete ihr dort, was ihre Geninprüfung beinhaltet: „Die Geninprüfung besteht aus einem Hindernissparcour, der innerhalb einer bestimmten Zeit –nämlich 45 Minuten- zu bewältigen ist.“ Yuki runzelte die Stirn. „Nur ein Hindernissparcour?“ dachte sie bei sich, „da kann doch was nicht stimmen….“ Yuki atmete tief durch, dann begab sie sich an den Startpunkt des Hindernissparcour.
„Wie doch der erste Eindruck täuschen kann.“ Yuki fluchte leise vor sich hin. Mittlerweile hatte sie jedes Zeitgefühl verloren. So schnell sie konnte hastete sie den Hindernissparcour entlang. Bisher hatte sie noch keine Schwierigkeiten gehabt, jetzt aber stand sie an einer Stelle, die nicht so aussah, als ob man sie einfach überwinden könnte. Sie musste auf einen Baum hinauf und dann über eine nicht sehr vertrauenswürdige aussehende Seilkonstruktion eine kleine Senke überqueren: zwischen zwei Baumkronen war ein dickes Seil gespannt, von dem in regelmäßigen Abständen kürzere Seile herabhingen, an deren unterem Ende ein dicker Knoten war. „Anscheinend soll man die kurzen Seile benutzen um sich über die Senke hinweg zu hangeln…“ Yuki grinste. Da sie keine Leiter entdecken konnte, um den Baum zu erklimmen setzte sie ihr Kinobori no Waza (Act of Tree Climbing) ein. Oben angekommen machte sie sich daran, die kurze Distanz zu überwinden. „Wofür gute Präzision doch von Nutzen ist“, murmelte sie lächelnd vor sich hin, als sie mit einem Satz von dem Baum auf der anderen Seite heruntersprang.
Kurze Zeit später kam sie auch schon an der nächste Herausforderung an. Sie erreichte eine große Lichtung, auf der sich eine Drehscheibe befand. Neben der Drehscheibe befanden sich verschiedene Ziele: die einen bestanden aus Zielscheiben, die an Baumstämmen hingen, die anderen bestanden aus kleineren Ringen, die von den Baumästen herabhingen. Yuki runzelte die Stirn: „Was genau soll ich den hier machen?“ Langsam schritt sie auf die Drehscheibe zu und begann diese leicht zu drehen. Als sie diese um etwa 1/3 gedreht hatte sah sie einen Zettel: Diese Aufgabe testet den Umgang mit Kunai und Shuriken sowie die Treffsicherheit. Begebt euch auf die Drehscheibe und werft eure Kunai auf die Zielscheiben an den Baumstämmen und eure Shuriken durch die Kreise. Yuki lächelte: „Wie gut, dass ich zumindest gut zielen kann“, murmelte sie während sie sich mit Schwung auf die Drehscheibe begab, nur um sich gleich wieder fluchend auf ihrem Rücken wieder zu finden. „Wie ärgerlich“, grummelte sie als sie sich wieder aufrappelte. Wütend sah sie erneut zu der Drehscheibe, dann atmete sie tief durch. Sie kramte ihre Kunai aus ihrer Flagweste und stieg vorsichtig auf die Drehscheibe. Dann begann sie langsam die Scheibe in Bewegung zu setzte. Die ersten Zielscheiben waren kein Problem, schwieriger waren die Ziele, die Yuki treffen musste, während sie und die Drehscheibe in Bewegung waren. Yuki brachte die Drehscheibe in Schwung und ließ sich dann von ihr im Kreis drehen. Nach zwei Runden entschied sie, dass sie nun abschätzen konnte, wann sie ihre Kunai nach den verbleibenden Zielen werfen musste. Eins nach dem anderen traf sein Ziel. „Nun noch die Shuriken…“ dachte Yuki. Sie begann erneut zu laufen, um etwa auf einer Höhe zu bleiben, während sie langsam die Shuriken aus ihrer Flagweste zog. Mittlerweile atmete sie schwer: das ständige Laufen und präzise Abschätzen kostete sie einiges an Kraft. Doch auch die Shuriken trafen ihre Ziele. Nachdem sie alle Aufgaben erfüllt hatte, sprang sie mit Schwung von der Drehscheibe nur um erneut fluchend auf dem Rücken zu liegen. „So ein verfluchter Mist!“ schimpfte sie während sie verzweifelt versuchte erneut auf die Beine zu kommen. Die ganze Welt schien sich um Yuki zu drehen und es dauerte einige Minuten, bis sie wieder sicher auf ihren Beinen stehen konnte. Nachdem sie sich aufgerichtet hatte ging sie zu den Hindernissen und sammelte ihre Kunai wieder ein. „Schade dass ich nicht an die Shuriken komme…“, dachte sie als sie sich erneut auf den Weg machte.
Yuki bewegte sich zügig durch das Unterholz. Sie war sich sicher, sie das Ziel gleich erreichen würde. Schließlich erreichte sie das Ende des Waldstückes und trat nun auf groben Felsboden. Vor ihr erhob sich eine Kletterwand. Yuki rollte mit den Augen als sie die Höhe abschätzte: „Naja, immerhin scheint dies das Ende des Parcours zu sein.“ Yuki machte sich daran, die Kletterwand zu erklimmen als sich plötzlich etwas um ihren Fuß wickelte und sie mit Schwung zurück zog. Yuki schrie kurz auf während sie über den Boden und dann einen Baum hinauf gezogen wurde. Während sie an einem niedrig hängenden Ast baumelte sah sie kurz eine weitere Person aus dem Unterholz treten bevor sie den Baum sah, an dem sie augenscheinlich hing. „Na das war ja einfach.“ Eine tiefe Männerstimme ertönte aus einigen Metern Entfernung und schien näher zu kommen. Yuki griff in ihre Flagweste und zog ein Kunai. Dann durchtrennte sie das Seil, das sich um ihren Fuß gewickelt hatte und rollte sich auf dem Boden ab. Als sie sich erhob und erneut umsah, war von ihrem Gegner nichts mehr zu sehen. „Verdammt“, murmelte Yuki, „so schaffe ich die Zeit nie. Und wo zum Teufel ist der Kerl hin??“ Yuki hatte nicht die Zeit ihre Umgebung genauer in Augenschein zunehmen: etwas traf ihren Rücken und schleuderte sie einige Meter nach vorne. Yuki rappelte sich auf. „Wo steckt er…“ Erneut war ihr Gegner verschwunden aber jetzt hatte Yuki zumindest eine Idee, wie sie weiter vorgehen konnte: sie blieb regungslos stehen und wandet ihr Bunshin no Jutsu (Clone Technique) an. Um Yuki erschienen drei exakte Kopien von ihr, die alle –inklusive Yuki- in verschiedene Richtungen davonrannten. Yuki hastete ins nächstgelegene Unterholz um sich dort ein wenig zu verstecken. Dann zog sie vorsichtig ihr Katana und wartet. Nach einigen schier endlos erscheinenden Minuten sah sie ihren Kontrahenten. Ein junger Mann, bekleidet mit einer hellen langen Hose und einem ärmellosen schwarzen Shirt, bewegte sich vorsichtig auf die Lichtung zu. „Hab ich dich endlich“, dachte Yuki und lächelte. Sie wartete noch einen Augenblick, bis er etwas weiter in ihre Nähe geschlichen war, dann sprang sie aus dem Unterholz und begann ihren Angreifer mit kurzen aber harten Schlägen ihres Katana anzugreifen. Der junge Mann reagierte sehr zu Yuki`s Überraschung allerdings nicht mit Entsetzen oder gar Panik sondern –nachdem der erste Überraschungsmoment vorbei war- mit Ruhe und –so kam es zumindest Yuki vor-Gelassenheit. Er steckte einige Schläge ein, zog aber recht schnell sein eigenes Samuraischwert und Yuki musste zunehmend in die Defensive gehen. Nichts desto trotz blieb sie weiter im Nahkampf. Sie täuschte immer wieder Angriffe an, nur um im letzten Moment die Schlagrichtung zu ändern, allerdings merkte sie schnell, dass sie diese Angriffe nicht mehr lange durchhalten würde. Nach einer Serie von kurzen Schlägen sprang Yuki ein Stück zurück und verharrte dort einen Moment. Ihre Atmung ging schnell, der lange und anstrengende Parcours forderte seinen Tribut. Viel Zeit zu warten hatte Yuki aber nicht: ihr Gegner setzte ihr zügig nach und verwickelte sie erneut in einen Nahkampf, der für Yuki jedoch nur aus verschiedenen Defensivhaltungen bestand. Während Yuki die Schläge verzweifelt blockte rasten ihre Gedanken. „Diesen Kampf kann ich im Nahkampf nicht gewinnen, aber wie dann? Noch einem solchen Angriff werde ich nicht mehr viel entgegen zu setzen haben“, dachte sie. Erneut klirrten die Waffen aneinander, diesmal stieß Yuki ihren Gegner von sich weg und machte einen Schritt zur Seite in der Hoffnung, dass der nächste Schlag ihres Gegners sie verfehlend würde. Tatsächlich wich auch ihr Gegner zurück und griff nicht erneut an. „Das ist die Gelegenheit!“ schoß es Yuki durch den Kopf. Sie ließ ihr Schwert sinken und starrte ihren Gegner an. Dann begannen um sie herum die Felsbrocken zu schweben und rasten schließlich auf ihren Gegner zu nachdem Yuki ihr Iwa Fubuki (Rock Snowstorm) beendet hatte. Noch während die letzten Felsbrocken um den Angreifer herum einschlugen sprang Yuki nach vorne, um ihm einen Tritt zu versetzten, der ihn gegen den nächsten Baum schleuderte. Dann fesselte sie ihn mit Ayatsuito no Jutsu (String Reeling Technique) und wartete einen Augenblick ob sich ihr Angreifer nicht wieder befreien würde, aber der Draht hielt. Zwar wehrte sich ihr Gegner gegen die Fesseln, jedoch hielten diese stand. Yuki sah ihn mit leicht skeptischem Gesichtsausdruck an: „Wenn meine Prüfung zu Ende ist und ich herausgefunden habe, was genau du hier zu suchen hast komme ich dich wieder holen. Solange bleibst du hier gefesselt damit du nicht noch mehr Unfug anstellen kannst.“ Dann drehte sie sich um und machte sich erneut an die Kletterwand.
Tatsächlich war hinter der Kletterwand auch schon das Ende des Parcours in Sicht. Nachdem Yuki die Ziellinie überschritten hatte kamen ihre Prüfer auf sie zu. „Sehr schön, dass du den Parcours gemeistert hast Yuki“, sprach sie ihr Klassenlehrer Makoto Kuma an. Yuki nickte kurz, dann entgegnete sie: „Ich bin dahinten auf einen Angreifer gestoßen. Es hat mich zwar etwas Mühe gekostet, aber ich konnte ihn festsetzen. Was machen wir jetzt mit ihm?“ fragte sie anschließend. Die beiden anderen Prüfer grinsten. „Nun, ich schlage vor, dass wir ihn wieder frei lassen damit er bei den noch folgenden Prüflingen seine Aufgabe weiter wahrnehmen kann“, entgegnete ihr Kuma. Yuki runzelte die Stirn: „Was meinst du?“ fragte sie schließlich. Kuma zuckte mit den Schultern dann drehte er sich um und ging zu den beiden anderen Prüfern. „Nun, wie beurteilst du deine Leistung heute?“ fragte einer der beiden anderen. Yuki schluckte. „Ich glaube es hat alles soweit geklappt, aber ich bin bestimmt über die Zeit gekommen“, antwortete sie. Die Prüfer nickten. „So sehen wir das auch“, entgegnete sie. Yuki´s Blick senkte sich auf den Boden. „Na das war´s dann wohl mit der Prüfung…“, dachte sie. „Allerdings war die Zeit nicht das Kriterium nachdem wir beurteilt haben. Uns kam es darauf an, dass du mit deinen Waffen und deinen Jutsu-Fähigkeiten umgehen kannst. Und wir sind uns einig, dass deine Fähigkeiten gut genug entwickelt sind um ein Shinobi zu werden. Herzlichen Glückwunsch, du hast deine Genin-Prüfung bestanden.“ Einen Moment sah Yuki ihre Prüfer zweifelnd an, dann strahlte ihr ganzes Gesicht. Endlich war sie eine Genin und endlich konnte sie in ein Team eingeteilt werden.
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